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RE: Leonberger Schicksale
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- Krankheiten beim Leonberger



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*Wildgans*


Moderator

RE: Leonberger Schicksale, 15 Nov. 2009 13:02



Für mich gibt es keinen legitimen Grund, der es rechtfertigt, tatsächlich vorhandene Fakten zu verschweigen oder gar zu lügen.
Die Fakten bleiben dieselben, egal, wie man mit ihnen umgeht und die Auswirkungen auch.
Deshalb ist es wichtig und die einzige Möglichkeit zur Verbesserung, diese ehrlich offenzulegen.

Ich wiederhole es noch einmal - es geht darum, Fakten und Daten zu sammeln und nicht darum,
jemandem an den Karren zu pinkeln.

Wer keinen verantwortungsvollen Züchter hat, der dies unterstützt und der meint,
Gründe zu haben, etwas unter den Teppich kehren zu müssen, wird sich wohl entscheiden müssen,
ob ihm die Sympathie und das Wohlwollen seines Züchters wichtiger ist, oder ob es ihm wichtiger ist, zu seinem Leonberger und dieser liebenswerten Rasse zu stehen und etwas für sie zu tun.
Ich habe Gott sei Dank das Glück, beides zu haben, aber wenn es nicht so wäre,
würde ich mich im Zweifelsfall immer für meine Hunde entscheiden,
denn denen fühle ich mich in erster Linie verpflichtet.

Sich gegen Offenheit und Ehrlichkeit zu entscheiden in diesem Fall heißt,
sich gegen die Hunde zu entscheiden - auch gegen die eigenen.
Es gibt keinen trifftigen Grund, eine Krankheit oder Todesursache zu verschweigen.
Vielleicht sollte man sich das mal klarmachen.
Guckt Eurem Leonberger ins Gesicht oder erinnert Euch an die Zeit mit Eurem verstorbenen Leo
und dann überlegt, ob Ihr Euch guten Gewissens dagegen entscheiden könnt.

Was wahr ist, darf auch wahr bleiben, das ist weder eine Schuldfrage, noch ein Vergehen.





Elfi mit Pauline und Molly

"Haben Tiere eine Seele und Gefühle?" kann nur fragen,
wer über keine der beiden Eigenschaften verfügt.

(Dr. Eugen Drewermann)


 
 
     
Attila Aramis



Siedler
29 Beiträge

RE: Leonberger Schicksale, 24 Nov. 2009 16:06


Bei uns in der gegend gab es nur einen Leo und der wurde mit 4 Jahren erlöst, er hatte auf einmal Epianfälle bekommen, die nicht in den griff zu bekommen waren,Attilas Vater wurde nur 5 jahre alt er hatte einen Tumor am Herzen, und alle sind Züchter mit namen, wenn kann ich da vertrauen,  Attila selbst ist von einer privaten Züchterin und was ich bei ihr schätze das sie sagte Atti war der erste Wurf das sie 2 Jahre warten möchte, weil sie eben schauen will wie sich der Wurf entwickelt und ob sie gesund sind,  Heuer im Mai hatte sie den 2 Wurf und die Mutter hatte einen Kaiserschnitt. Da ich tel kontakthalte  hatte sie mir es erzählt und es gib auf grund der schwierigkeiten bei der geburt der welpen, keinen Wurf mehr. Und genauso sollt es sein


 
     
*Wildgans*


Moderator

RE: Leonberger Schicksale, 25 Nov. 2009 14:05




Danke Anna für Deine Mitarbeit.


Dann werde ich mal mit meinen Beiden fortfahren:

Ich denke, daß zu der genetischen Anlage für Krankheiten, die eine Basis für den Gesundheitszustand bildet, ein seelischer Aspekt hinzukommt, der Einfluß nehmen kann auf den gesundheitlichen Verlauf - gerade beim Leonberger, wie meine beiden Damen mir im Laufe der Jahre beigebracht haben.
Ebenso denke ich, daß Umwelteinflüsse und Ernährung eine Rolle spielen können, daß eine Krankheit, für die eine genetische Disposition vorhanden ist, zum Ausbruch kommt.

Ich halte es für wichtig, daß in den Dateien auch die Krankheiten nachvollziehbar sind, die im Laufe eines Leonbergerlebens aufgetaucht sind, aber nicht letztendlich zum Tode geführt haben, denn der Leonberger soll ja nicht nur irgendwie alt werden, sondern er soll gesund alt werden.




Enne-Pauline vom Bergischen Löwen, genannt Pauline, geb. am 17.04.2000 und
Frieda vom Bergischen Löwen, genannt Molly, geb. am 07.05.2001 haben zur Zeit - wie jeder unschwer ausrechnen kann - das Alter von  9,5 und 8,5 Jahren erreicht.

Ich wünsche, ich könnte behaupten, sie hätten es gesund erreicht, das ist leider nicht der Fall.

Pauline und Molly haben eine Milcheiweißallergie, vertragen futtermäßig Vieles nicht und fangen sich schnell etwas ein. Mit anderen Worten, sie haben ständig einen Furz quersitzen und am liebsten stecken sie sich dann gegenseitig an, vorzugsweise mit Durchfall.

Pauline hatte die ersten 8 Monate ihres Lebens eine immer wiederkehrende Blasenentzündung, die endlich verschwand, als der 3. Tierarzt, den ich konsultierte, beherzt 2 Wochen lang Antibiotika gab.
Vorher hatte man es 2mal mit einer Woche versucht, mit dem Ergebnis, daß die Entzündung immer wieder zum Ausbruch kam.
Außerdem litt Pauline in ihrem ersten Lebensjahr unter einer hartnäckigen Bindehautentzündung, die ursächlich zurückzuführen war auf Bläschen hinter dem dritten Augenlid und die ich dann mit homöopathischen Mitteln endgültig weg bekam.

Molly hatte, als sie klein war, Kokzidien und mit ca. einem Jahr heftigst Giardien und ist seitdem anfälliger.

Im November 2004 mußte ich Molly einer Zahn-OP unterziehen lassen, bei der einer der oberen Schneidezähne entfernt wurde, weil durch eine leichte Zahnfehlstellung der unteren Zähne von hinten ein Loch hineingescheuert war.

Seit Februar 2006 hat Molly Gesäugetumore an mehreren Stellen.
Nach Beratung mit 3 Tierärzten und Einholen von Informationen an verschiedenen Stellen, entschloß ich mich gegen eine Operation, da die Gefahr, in infiziertes Gewebe zu schneiden und damit das Ganze erst richtig zum Ausbruch zu bringen, zu groß ist - im Falle, daß die Tumore bösartig sind, was nicht der Fall sein muß.
Ende letzten Jahres wurden bei Molly per Bioresonanz entartete Zellen in Milz und Lunge festgestellt.
Eine Testung, ob sie gutartig oder bösartig sind, war nicht möglich.
Durch Behandlung mit der Bioresonanztherapie sind diese entarteten Zellen wieder verschwunden.
Die Gesäugetumore habe ich zuerst mit Einnadelakupunktur behandeln lassen und mache nun mit Bioresonanzbehandlungen weiter.
Molly wird alle 5 Monate heiß und leidet im Anschluß sehr unter ihrer Scheinschwangerschaft - sprich, sie frißt über Wochen kaum und kriegt den Depri.
In der übrigen Zeit ist sie gut drauf, "frech" und laut - oft mit einem Lachen im Gesicht.
Leider kann ich sie wegen der Gesäugetumore nicht kastrieren lassen.
Obwohl ich normalerweise kein Freund davon bin, würde ich es in ihrem Falle sonst tun.


Pauline mußte ich im März notoperieren lassen wegen einer Gebärmutterentzündung.
Bei dieser OP mußten die Eierstöcke mitentfernt werden, da sich ein paar Zysten darin befanden, die eine erhöhte Östrogenproduktion verursacht hatten, wodurch es zu der Gebärmutterentzündung gekommen war - laut Erklärung des Tierarztes, der sie operiert hat.
Sie hat die OP außergewöhnlich gut weggesteckt, war schnell wieder auf den Beinen und hat gleich am nächsten Tag wieder gefressen - sie ist ein echter Kämpfer.
Sie ist eine, die die Zähne zusammenbeißt und sich nichts anmerken läßt.
Die Gebärmutterentzündung war ohne Symptome.
Mir war nur aufgefallen, daß sie etwas mehr Wasser trank als gewöhnlich und ich bin auf Anraten der Leiterin des Bioresonanzzentrums zum Tierarzt gefahren, um sie untersuchen zu lassen.
Das hat ihr wahrscheinlich das Leben gerettet.
In der Gebärmutter befanden sich 3 fast faustgroße, eitergefüllte Bälle, die jederzeit hätten platzen können.
Im frühen Sommer dann wurden bei Pauline per Bioresonanz entartete Zellen in der Leber festgestellt. Auch hier läßt sich nicht testen, ob sie gutartig oder bösartig sind.
Wir behandeln sie mit der Bioresonanz und haben hoffentlich denselben Erfolg wie bei Molly.
Durch die OP und die lange Narbe bedingt, hat Pauline eine Schwäche der Bauchmuskulatur und Bindegewebsschwäche in diesem Bereich, was sich negativ auf den hinteren Rücken auswirkt.
Um die dadurch entstehenden extremen Verspannungen auszugleichen, verlagert sie ihr Gewicht nach vorne, was dazu führt, daß sie das linke Vorderbein überlastet und vorne humpelt.
Wir arbeiten mit Physiotherapie daran und haben ganz gute Erfolge.

Alles in allem kann man sagen, sie sind eigentlich ständig in Behandlung - und wenn ich sie selber mit Homöopathika behandeln muß.

Desweiteren habe ich festgestellt, daß Leonberger ausgesprochen sensibel sind - ein Wesenszug, den ich grundsätzlich an ihnen liebe.
Bei meinen Beiden geht das allerdings manchmal so weit, daß sie, wenn ich längeranhaltend Streß habe, der mir nicht bekommt, krank werden - z.B. in Form von Durchfall (sie sind dann anfälliger).
Sie nehmen sich solche Dinge zu sehr zu Herzen - es ist, als ob sie mitleiden, sich um mich sorgen dann.



Der Grund, warum ich es wichtig finde, dies offenzulegen, ist, daß ich eine solche Anfälligkeit, die sich über ein ganzes Hundeleben hinzieht, nicht "normal" finde und der Meinung bin, daß es erstrebenswert ist, durch lückenloses Offenlegen und zur Verfügungstellen auch solcher Informationen die Möglichkeit zu schaffen, daß bei der Zucht des Leonbergers darauf hingearbeitet wird, daß er wieder robuster wird.

Ich liebe meine Hunde sehr und hätte ihnen von Herzen ein gesundes Leben gewünscht.
Ich habe mir im Laufe der Jahre viele Gedanken gemacht, was die Ursache sein könnte - ob es seelisch bedingt sein könnte, futterbedingt, entstanden durch die frühen Antibiotikagaben, etc.
Ich weiß es nicht.
Meinen vorherigen Hund - einen Schäferhund-Collie-Rottweilerrüden - habe ich genauso gefüttert und er hat unter den gleichen Konditionen bei mir gelebt - nämlich immer dabei.
Er war nie krank bis auf eine einzige Ohrenentzündung und ist fit über 11 Jahre alt geworden.

Nichts von dem, was Pauline und Molly in der Vergangenheit hatten, ist in ihren Linien zu finden, was aber nichts heißen muß, weil so etwas nirgendwo niedergeschrieben und allen zugänglich gemacht wird.



Wie sollen Züchter darauf achten, daß sie gesunde, robuste Hunde züchten, wenn nichts dergleichen bekannt wird?
Das kann kein Züchter leisten.
Wie sollen Welpenkäufer darauf achten, daß sie gesunde, robuste Hunde kaufen, wenn nichts dergleichen bekannt wird?
Auch das ist nicht möglich.
Wie soll man überhaupt feststellen, was vererbt wird und was nicht, wenn nichts offengelegt wird?
Auffallen trotz der ganzen Geheimniskrämerei tun nur die massiven Erkrankungen.
Ich weiß, daß es einige Leonbergerbesitzer gibt, die anfällige Hunde haben und es gibt auch einige Leonberger, die Wesensschwächen haben.
Auch solche Sachen können erblich bedingt sein.


Um die Zucht eines gesunden, langlebigen und robusten Leonbergers zu ermöglichen, ist es nötig, daß wir alle an einem Strang ziehen und zusammenarbeiten - die Leonbergerbesitzer, die Welpenkäufer und die Züchter - und so viele gesundheits-/krankheitsrelevante Sachen wie möglich veröffentlichen und so jedem zugänglich machen.



VG

Elfi mit Pauline und Molly

"Haben Tiere eine Seele und Gefühle?" kann nur fragen,
wer über keine der beiden Eigenschaften verfügt.

(Dr. Eugen Drewermann)




Geändert von *Wildgans* am 15.Feb.2010 19:55
 
     
*Wildgans*


Moderator

RE: Leonberger Schicksale, 14 Dec. 2009 00:01




Hallo,

wie bereits im Thread "Regenbogenbrücke" angekündigt, gibt es leider eine Fortsetzung von Paulines Schicksal.
Ich hoffe, Mollys bleibt mir noch eine Weile erspart.
Ihre Schwester ist im Mai diesen Jahres an Krebs gestorben.


Doch hier geht es um Pauline:
Im Oktober 2009 fiel mir auf, daß Pauline für ihre Verhältnisse ziemlich viel trank - genau wie ein paar Tage vor der OP wegen der Gebärmuttervereiterung im März 2009.
Ansonsten kannte ich das Zeit ihres Lebens überhaupt nicht von ihr
- sie hatte immer eher zu wenig getrunken - für mein Empfinden.
Wir ließen beim Tierarzt eine Urinprobe testen - Diabetes konnte man so gut wie ausschließen.
Also ließ ich auf Empfehlung des Tierarztes ein großes Blutbild machen.
Die Werte waren eher unauffällig.
Erythrozyten, Hämatokrit und Hämoglobin waren an der unteren Grenze des Normbereiches,
was zunächstmal den Schluß auf eine Anämie zuließ, die Leberwerte waren bis auf den GLDH-Wert in Ordnung,
alle anderen Werte auch.
Ich habe mir zu diesem Befundbericht des Labors 3 Tierarztmeinungen angehört
- 2 aus der hiesigen Praxis und eine aus einer anderen Praxis von dem Arzt, der Pauline im März operiert hatte.
Ihm hatte ich den Befund zugefaxt und um seine Meinung dazu gebeten.
Eine Tierärztin - die, die Pauline auch erlöst hat - stimmte mit mir überein darin,
daß der doppelt so hohe GLDH-Wert
einen Abbau von gesundem Gewebe aufgrund degenerativer Prozesse  bedeutete.
Ich sah eigentlich das bestätigt, was ich von der Bioresonanztestung im Juni bereits wußte: 
Entartete Zellen in der Leber.
Die anderen beiden Tierärzte sahen das nicht so, da die anderen Leberwerte in Ordnung waren.
Das war am 20.10.2009.

Zum Thema Krebs und Laborwerte werde ich noch etwas separat schreiben unter "Krankheiten beim Leonberger",
deshalb hier nur das, was unmittelbar zum Verlauf von Paulines Krankheit gehört.

Ich war  ziemlich fertig, zumal ich meinen alten Hund wegen eines Lebertumors einschläfern lassen mußte und weiß,
was Leberkrebs bedeutet.
Durch diesen Laborbefund war es nach meinem Empfinden nun "amtlich".
Obwohl die Leber sich gut wieder aufbaut, ist eine OP beim Hund recht kompliziert und risikoreich
wegen der Lage der Leber und weil sie stark durchblutet ist.
Eine weitere OP wäre in Paulines Fall sowieso nicht in Frage gekommen, da sie ja im März erst eine überstanden hatte.
Außerdem hätte eine solche OP in einer Klinik gemacht werden müssen, wo sie auch hätte bleiben müssen - ohne mich - undenkbar - ist sie doch im März nach der OP frischoperiert fast von der Trage gesprungen, als sie mich beim Hinaustragen aus dem OP nicht gleich sah. Sie war eine halbe Minute früher aufgewacht als geplant.
Ich bin mir sicher, daß sie eingegangen wäre, wenn sie ohne mich irgendwo hätte bleiben müssen.

Das Abhorchen des Herzens bei Pauline ergab keine Auffälligkeiten
- keine Herzrhythmusstörungen, keine Klappengeräusche - nur ein altersgemäß etwas verlangsamter Puls.

Auf Vorschlag der Tierärzte gab ich ihr zunächstmal ein pflanzliches leberstärkendes und - unterstützendes Präparat und Eisensaft, um die Anämie zu substituieren und zu gucken, ob Erythrozyten & Co. dann wieder im Normbereich wären.
Es wäre möglich gewesen, daß der Wert im unteren Normbereich zurückzuführen war auf die OP im März bei der sie sehr viel Blut verloren hatte.
Es sollte dann in 4-6 Wochen eine Kontrolluntersuchung der Blutwerte stattfinden.
Die Präparate vertrug sie leider nicht.


Sie begann schlecht zu fressen - Trockenfutter - sodaß ich begann, Rindfleisch zuzufüttern
- das Einzige, was sie vertrug und natürlich klasse fand.
Auf alles Andere, was ich bisher bei ihr und ihrer Schwester ausprobiert hatte,
haben die beiden nach 14 Tagen mit Durchfall reagiert - Rindermix, Pansen, Hühnchen - alles dasselbe.
Also gab es feinstes rohes Rindergullasch.



Am 12.11.2009 ist Pauline auf einem kurzen Gang zum Nachbardorf beinahe zusammengebrochen
und hat sich mit letzter Kraft nach Hause geschleppt.
Ich habe gesehen, wie sie gekämpft hat, es war furchtbar.
Ich bin sofort mit ihr zum Tierarzt.
Röntgen und Ultraschalluntersuchungen ergaben einen riesigen Milztumor, der ca. ein Viertel oder ein Drittel der Milz einnahm, eine Lunge voller Metastasen, eine vergrößerte Leber und ein vergrößertes Herz,
das nicht mehr in der Lage war, den Körper ausreichend zu versorgen - Therapie ausgeschlossen.

Wie schon in der Regenbogenbrücke geschrieben, nahm ich Pauline auf ihren ausdrücklichen und klar zum Ausdruck gebrachten Wunsch mit nach Hause und sah sie dort 4 Wochen lang immer ein Stückchen mehr sterben.
In diesen 4 Wochen stand ich unter Daueranspannung und habe oft die Grenzen meiner Belastbarkeit überschritten.

Zunächsteinmal erholte sie sich in der nächsten Woche wieder etwas und signalisierte, daß sie spazierengehen wollte.
Ich tat ihr den Gefallen und machte jeden Tag ganz langsam in ihrem Tempo einen winzigen Gang mit ihr, bei dem ich versuchte, ihre Konstitution einzuschätzen, sodaß wir es auch noch wieder nach Hause schaffen würden.
Mit Molly machte ich separate längere Runden.

Die bereits in einem früheren Beitrag in diesem Thread beschriebene Anfälligkeit der Beiden ist Pauline in der darauffolgenden Woche fast zum Verhängnis geworden, denn Molly fing sich bei einem ihrer Spaziergänge wieder durchfallauslösende pathogene Keime ein und steckte Pauline damit an, die dadurch so geschwächt war,
daß ich das Ende erwartete, denn sie stellte kurzfristig das Fressen ganz ein und Molly hatte Angst,
mit ihr in einem Raum zu sein.
Aber Pauline war eine Kämpferin und erholte sich sogar davon wieder.
Die Spaziergänge strich ich für beide - für Pauline, weil sie sie nicht mehr schaffte
und für Molly, damit sie uns nicht wieder etwas Neues einschleppen konnte.
Ich war der Meinung, daß sie sich für eine Zeitlang auch mit 2000 qm Garten begnügen konnte in so einer Krisensituation.

Pauline erholte sich zumindest soweit, daß ich sie nicht mehr auf ihren Pinkelgängen in den Garten begleiten mußte,
weil ich Angst haben mußte, daß sie sich dort hinlegt, weil sie nicht mehr konnte.
Sie war zwar schlapp und alles andere als leistungsfähig, aber sie nahm teil an allem,
half Molly, die Leute zu verbellen - wenn nicht draußen, dann halt von drinnen aus -
und zeigte sich nach wie vor an allem interessiert - nur viel rumlaufen wollte sie nicht mehr. 

In den 4 Wochen nach dieser schrecklichen  Diagnose ging es ständig auf und ab
- phasenweise schwebte der Tod ständig über unseren Köpfen,
aber wir erreichten nie den Punkt, wo es an der Zeit gewesen wäre, dem ein Ende zu bereiten.
Ich hatte immer den Eindruck, sie hat keine Schmerzen und möchte weiter an allem teilhaben.
Sie wurde - in Wellenlinien abwärtsgehend - immer ein bißchen schwächer.
Pauline hatte eine unheimliche Gabe, das Beste aus dem zu machen, was möglich war und sie konnte gut abschätzen,
was sie sich zutrauen konnte und bestand darauf, es zu tun.
Sie wollte weder Hilfe noch Mitleid, das war unter ihrer Würde - bis zum Schluß.
Gott sei Dank war es mir möglich, zu Hause zu bleiben, sodaß ich mit wenigen Ausnahmen
4 Wochen lang zu Hause bei ihr und Molly war.

Sie stellte das Fressen von Trockenfutter völlig ein, also ernährte ich sie ausschließlich von Rindfleisch und Kartoffeln, Äpfeln, Bananen und Möhren.
Nach Äpfeln, Möhren und Bananen war sie schon immer verrückt.
Oft fraß sie etwas mehr, weil ich sie teilweise mit der Hand fütterte,
die Stückchen mußte ich zunehmend kleiner schneiden.
Mehr als 2 Hände voll pro Tag fraß sie sowieso nicht mehr und nahm natürlich entsprechend ab.
Kartoffeln mochte sie irgendwann nicht mehr und ca. 1 Woche lang fraß sie nur das Fleisch und Obst.

3 Tage vor ihrem Tod fraß sie kein Fleisch mehr und begann wieder ein wenig Trockenfutter zu fressen
- weiterhin auch Obst.

2 Tage vor ihrem Tod mochte sie ihren heißgeliebten Apfel auch nicht mehr so gerne - bei ihr Alarmstufe Rot.

In den letzten 3 Tagen vor ihrem Tod stand sie manchmal da, als ob sie die Orientierung verloren hätte.
Wenn ich sie rief und sie mich sah, folgte sie mir.

Zwei Tage vor ihrem Tod hatte ich den Eindruck, daß sie Wasser im Bauch hatte
und daß es ihr auf Grund dessen zunehmend schwerer fiel, sich hinzulegen und daß sie begann, sich zu quälen.
Deshalb rief ich in der Tierarztpraxis an und bat darum, daß die Tierärztin sie sich ansehen kommt.
Man sagte mir einen Besuch für den nächsten Morgen zu.

In der Nacht vor ihrem Tod habe ich noch lange neben Pauline auf ihrer Decke gesessen.
Sie lag auf dem Bauch, und hob immer wieder den Kopf von den Pfoten,
blickte sich zu mir um, war unruhig und schien Angst zu haben
- ich nehme an, vom Herzen her - sie hatte Herzrasen und ihr Pulsschlag war die letzte Zeit recht schnell und stark.
Ich streichelte sie und sagte ihr "ich bin hier, bei Dir", woraufhin sie den Kopf beruhigt wieder auf die Pfoten legte.
Dieser Vorgang wiederholte sich einige Male bis sie schließlich zur Ruhe kam
und ich war wieder einmal tief beeindruckt und erschüttert zugleich, wieviel Vertrauen sie zu mir hatte,
daß sie sich beruhigen ließ, weil ich da war und daß sie das Vertrauen hatte, daß dann alles in Ordnung ist.
Während dieses ganzen Vorgangs war es mir, als ob sie zu mir sagen würde: "Du mußt mich gehen lassen."

Ich hoffe, daß ich dieses große Vertrauen, daß sie in mich hatte, verdient und es richtig gemacht habe.
Ich habe mir die größte Mühe gegeben, den Zeitpunkt herauszufinden, an dem sie begann,
sich zu quälen und es Zeit wird, Abschied zu nehmen - aus ihrer Sicht.
Das war nicht so einfach, denn Pauline war eine, die sich nichts anmerken ließ und die Zähne zusammenbiß.

Sie ist hier zu Hause geblieben bis zu ihrem Tod, so wie sie es wollte
und als wir sie erlösen mußten, ist sie ganz friedlich eingeschlafen
- mit demselben Vertrauen - den Kopf zu mir gewandt und in meine Arme gelegt.

Enne-Pauline vom Bergischen Löwen
geb.:  17.04.2000
gest.: 10.12.2009 - im Alter von 9 Jahren und fast 8 Monaten.

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Nun wird mancher vielleicht sagen "toll, sie ist ja um einiges älter geworden als das Durchschnittsalter verspricht".
Falsch - vor fast 10 Jahren, als Pauline geboren wurde, war das Duchschnittsalter noch ein bißchen höher als 7,5 Jahre.

Außerdem entsteht Krebs nicht von heute auf morgen, sondern ist ein langer, schleichender Prozeß und meist dauert es, bis er entdeckt wird.
Ich gehe davon aus,  daß sie bereits im März den Krebs in sich hatte und daß es möglich ist, daß bei der OP in infiziertes, nicht zu erkennendes Gewebe geschnitten wurde und so das Ganze massiv zum Ausbruch gebracht wurde
- was den kurzen, explosionsartigen Verlauf danach erklären würde.
Zu diesem Zeitpunkt war sie erst 8 Jahre alt und hatte bereits Krebs -
das hört sich schon anders an, finde ich.

Laut der Bioresonanztestung war der Milztumor im Juni noch nicht da, also schließe ich ihn als Haupttumor aus.
Dieser könnte entweder in der Leber gewesen oder in Form von Knochenkrebs vorhanden gewesen sein,
was ich aber nicht habe untersuchen lassen, da ich ihr in ihrem Zustand die Strapaze eines zusätzlichen Röntgens des Skelettapparates ersparen wollte.
Das, was wir wußten reichte ja schon, um zu wissen, daß keine Aussicht auf Heilung oder auch nur Verbesserung bestand.

Als es darum ging, zu entscheiden, was nach ihrem Tod mit Paulines Körper geschehen sollte, habe ich mich auch ausgiebig nach der Möglichkeit einer Obduktion erkundigt, da ich diese im Rahmen der Offenlegung der Geschehnisse für sinnvoll gehalten hätte.
Leider war mir dies sowohl finanziell als auch organisatorisch nicht möglich.

So bleibt leider wieder Einiges unklar, genauso wie bei den erblichen Dispositionen von Pauline.


Der Grund, warum ich dies alles in diesem Thread so detailliert und eindringlich schildere ist,
den Zusammenhang zwischen erblichen Dispositionen
und dem späteren Leidensweg für Hund und Halter zu verdeutlichen und auch
den, sich daraus ergebenden, Sinn der vorbehaltlosen Offenlegung von solchen Vorgängen und Krankheiten.
Vielleicht wird einigen deutlicher, wie wichtig die Veröffentlichung dieser Daten und Krankheitsgeschichten ist,
um zu verhindern, daß es anderen genauso geht,
wenn man am konkreten Beispiel von Pauline liest, was das bedeutet und wie furchtbar es ist.
Dann hätte ihr Leidensweg wenigstens einen Sinn gehabt.

Deshalb habe ich mir trotz meines etwas desolaten Zustandes nach dieser Zeit die Mühe gemacht,
mir Paulines Ahnentafel vorzunehmen und die Datenbank der verstorbenen Leonberger nach ihren Ahnen zu durchforsten.
Was mir dabei als Erstes auffiel, ist, daß nur ein kleiner Bruchteil der Ahnen, die inzwischen verstorben sein müssen, dort  zu finden ist, was einmal mehr beweist, daß nicht genug offengelegt wird.

Das Wenige, das ich gefunden habe, will ich hier aufführen.
Vielleicht gelingt es mir dadurch, den Zusammenhang von erblicher Disposition des Krebsgeschehens
und dem Ausbruch der Krankheit aufzuzeigen.
Ich möchte noch einmal darauf aufmerksam machen, das Knochenkrebs (meiner Meinung nach überhaupt Krebs)
beim Hund rezessiv vererbt wird.
Das heißt, daß es durchaus Hunde geben kann, bei denen der Krebs nicht zum Ausbruch kommt,
die ihn aber weitergeben an ihre Nachkommen, indem sie die genetische Verankerung vererben.
Außerdem denke ich, daß Knochenkrebs nicht nur in Form von Knochenkrebs vererbt wird,
sondern in folgenden Generationen in Form von jeder anderen Krebsart auftauchen kann.

Desweiteren wird in der Regel nur die akute Todesursache angegeben,
so daß ein Hund durchaus Krebs gehabt haben kann,
wenn er an Nierenversagen, Herzversagen, Schlaganfall, Magendrehung oder sonstwas stirbt.
In Paulines konkretem Fall heißt das, daß wenn ich nicht veröffentlichen würde, daß sie Krebs hatte,
die offizielle Todesursache  schwaches Herz, Altersherz oder ähnliches sein würde.
So läuft es normalerweise und das macht einen Teil des nicht Bekanntwerdens von Krebserkrankungen aus.
Und das ist schlimm, weil so weder Züchter noch Welpenkäufer die Möglichkeit haben,
sich ausreichend zu informieren und Züchtern oft gar nicht in der Lage sind,
eine sinnvolle Verpaarung im Hinblick auf eine gute Gesundheit der Hunde zu finden.



In Paulines Ahnenreihe habe ich folgende Hunde gefunden, die auf eine erbliche Disposition für Krebs- oder Herzerkrankungen hinweisen:


Lady Cleindhori of Pelgrims Ring
geb. 12.04.1981
gest. 01.10.1990   im Alter von 9,48 Jahren. an Sarco carcinoma - also Krebs.

Sie kommt in Paulines Ahnenreihe väterlicherseits gleich zweimal vor,
einmal in der 4. Generation - als Großmutter von Paulines Oma Dijou-ma petite v.d. Mooreiche
und einmal in der 6. Generation - als Ur-Urgroßmutter von Paulines Opa Brentano von Equitania.
Aus der Verpaarung von Dijou-ma petite v.d. Mooreiche und Brentano von Equitania entstand Paulines Papa Gatsby von der Mooreiche.


Loni von v.d. Tafelrunde
geb.:  23.02.1977
gest.: 25.10.1984  im Alter von 7,67 Jahren an Gebärmutterkrebs
Sie kommt in Paulines Ahnentafel in der 5. Generation vor und ist die Uroma von Paulines Großmutter väterlicherseits  Dijou-ma petite v.d. Mooreiche.


Lupo v. Forster Busch
geb.:  12.04.1984
gest.:  01.07.1991   im Alter von 7,22 Jahren an Herzversagen
Er befindet sich in der 5. Generation in Paulines Ahnentafel
und ist der Uropa von Paulines Großmutter väterlicherseits Dijou-ma petite v.d. Mooreiche


Brentano von Equitania - Paulines Opa väterlicherseits
geb.:  26.05.1994
gest.: 31.05.2000     im Alter von 6,02 Jahren

und nun wird es schwierig: 
Im Verein wurde gemunkelt er hatte Knochenkrebs im Bein.
Ich habe irgendwann die Besitzerin angerufen - ich glaube, es war 1-3 Jahre nach seinem Tod, weil Pauline humpelte und ich mir Sorgen machte, weil ich davon gehört hatte und wissen wollte, ob ich einen Grund dazu hatte, besonders wachsam in dieser Richtung zu sein.
Die Besitzerin versicherte mir in einem sehr netten Telefonat glaubhaft, daß Brentano keinen Krebs hatte.........
Es muß sich jeder selber ein Urteil bilden - ich stehe dem Ganzen an diesem Punkt etwas hilflos gegenüber.


Gatsby von der Mooreiche - Paulines Papa
geb.:  27.03.1996
gest.: 21.03.2003    im Alter von 6,99 Jahren an Herzversagen

Bei Nachkommen von Gatsby gibt es Fälle von Knochenkrebs
- z.B. Bella vom Heidersiefen.



In der Ahnenreihe von Paulines Mama Fiene Finna Löwe vom Kleebach habe ich noch weniger Angaben verstorbener Leonberger und Todesursachen gefunden:


Makoum Haroseth ist an Knochenkrebs verstorben - das Alter, daß sie erreicht hat, ist nicht bekannt.
Sie ist die Uroma von Paulines Großmutter mütterlicherseits - Doña Charline Connatus Amaranthus und befindet sich in der 5. Generation der Ahnenreihe.



Ich habe hier nur die - leider recht begrenzten - Fakten aufgelistet, auf die ich gestoßen bin
und sie Paulines Krankheitsverlauf gegenübergestellt, um ein konkretes Beispiel zu liefern
- ziehe jeder seine eigenen Schlüsse.

Damit sie jeder nachvollziehen kann, setze ich hier den Link zu Paulines Ahnentafel ein:

ileodata.com/pedinfo.php?id=24957

Und hier nochmal der Link zur Datenbank verstorbener Leonberger:

Datenverstorbener Leonberger


Mit dem, was in den Ahnenreihen der Leonberger mittlerweile an Krebs- und auch Herzkrankheiten drin steckt,
wird das, was Ihr hier lest, immer häufiger und immer früher passieren.
Also helft mit, daran zu arbeiten, daß die Hunde so etwas nicht erleiden müssen.
Es ist fruchtbar für die Hunde - ich kann es Euch aus eigener Erfahrung sagen.
Und auch für die Halter ist es alles andere als ein Sonntagsspaziergang
- auch davon kann ich leider ein Liedchen singen.

Ich habe diese wunderbare Hündin 4 Wochen lang langsam sterben gesehen
und es war mir, als würde ich mit ihr die ganze Leonbergerrasse sterben sehen.



In der Hoffnung, daß mein Beitrag es schafft, ein wenig aufzurütteln
und den Sinn dessen, was wir hier versuchen,  rüberzubringen


Elfi, Molly und Paulineseele

"Haben Tiere eine Seele und Gefühle?" kann nur fragen,
wer über keine der beiden Eigenschaften verfügt.

(Dr. Eugen Drewermann)




Geändert von *Wildgans* am 14.Dec.2009 0:34
 
     
*Wildgans*


Moderator

RE: Leonberger Schicksale, 15 Dec. 2009 19:38



Eines möchte ich noch hinzufügen:

(Fast) alle Hunde, bei denen Krebserkrankungen als Todesursache vorlagen in Paulines Linien liegen weiter zurück
- ab der 4. Generation.
Das bedeutet aber nicht,
daß die anderen Hunde in jüngeren Generationen ihrer Ahnenreihen keinen Krebs gehabt haben.
Über diese gibt es lediglich keine Infos.

Was mir auch aufgefallen ist, ist, daß in der 5. Generation in Paulines Linien sowohl auf der Seite ihres Vaters
als auch auf der Seite ihrer Mutter eine Krebserkrankung als Todesursache vorkam.
Ich weiß allerdings nicht, ob diese Tatsache verstärkend wirkt.
Hinzu kommt noch ein Hund mit Herzversagen als Todesursache in derselben Generation.
Ob dieser Hund zusätzlich auch noch Krebs hatte, weiß ich nicht, da nur die Todesursachen festgehalten werden -
wie bereits gesagt auch ein Manko.


Da es auch hier gewaltig an vorhandenen Informationen und festgehaltenen, veröffentlichten Daten mangelt,
wäre ich zutiefst dankbar für jede wahrheitsgetreue, den Tatsachen entsprechende Information
über Hunde aus Paulines Ahnentafel.
Es wäre also toll, wenn diejenigen, die etwas wissen, sich melden würden.

Ich betone noch einmal, daß es nicht darum geht, jemandem an den Karren zu pinkeln.
Wie hätte irgendjemand sich bei diesem spärlichen Datenmaterial vernünftig informieren können
über die Möglichkeit einer gesunden Verpaarung?
Es ist ausgeschlossen und das würde ich gerne ändern.


VG

Elfi, Molly und Paulineseele

"Haben Tiere eine Seele und Gefühle?" kann nur fragen,
wer über keine der beiden Eigenschaften verfügt.

(Dr. Eugen Drewermann)




Geändert von *Wildgans* am 15.Dec.2009 19:41
 
     
*Wildgans*


Moderator

RE: Leonberger Schicksale, 15 Feb. 2010 19:49



Hallo,

damit dieser Thread und das, was wir damit vorhatten nicht völlig in Vergessenheit gerät
und damit ich bei der Vielzahl der gesundheitlichen Einbrüche nachher nicht die Hälfte vergesse,
schreibe ich hier nun nieder, wie es mit Molly weiterging:


In den ca. 4 Wochen, als Pauline langsam starb, hat Molly sehr gelitten.
Zum Einen hat es sie erschreckt und gestreßt, was mit Pauline geschah und zum Anderen
hat es ihr stark zu schaffen gemacht, daß sie nicht im Mittelpunkt stand.
Molly ist ein Hund, für den im Mittelpunkt zu stehen so wichtig ist wie die Luft zum Atmen.
Das hat nichts mit Eitelkeit oder einem Verhalten zu tun, welches man beeinflussen kann,
es ist schwer zu erklären - es ist tief in ihr verankert - von Anfang an und scheinbar nicht in andere Bahnen zu lenken.
Sie wird krank und depressiv, wenn sie nicht ausreichend im Mittelpunkt steht.
Nun war das natürlich einfach nicht machbar in Paulines letzter Lebensphase.
Ca. 2 Wochen hat Molly es mehr schlecht als recht hingekriegt,
dann habe ich ihr am Gesicht das angesehen, wofür ich 3 Tage nach Paulines Tod
durch eine Bioresonanz-Testung die Bestätigung erhielt
- entartete Zellen in Leber und Milz.

Ich habe gesehen, was mit ihr geschah in Paulines letzten beiden Wochen
und ich konnte weder etwas daran ändern, noch es verhindern.
Ich hatte Angst, gleich beide zu verlieren.
Ob wir das nochmal in den Griff kriegen, weiß ich nicht.
Seit Paulines Tod habe ich nur noch begrenzt Kraft zum Kämpfen.

Molly wird mit der Bioresonanz-Therapie behandelt
und ich hoffe, daß wir es damit und durch Stärkung der Abwehrkräfte in den Griff bekommen.
Da sie sehr gut auf diese Form der Behandlung anspricht, ist es uns schon einmal gelungen,
entartete Zellen in Lunge und Milz wegzukriegen damit.
Schulmedizinisch sehe ich keine Möglichkeiten.

Erschwerend hinzugekommen ist, daß Molly während Paulines Sterbeprozeß ihre Hitze hatte
und nun die letzten 5-7 Wochen scheinschwanger war und zu wenig gefressen hat.
Ihr Immunsystem spielt durch den Streß und die Beeinträchtigung durch die Hormone
nicht mehr mit.

Um Silvester herum hat Molly sich entschlossen, zu allem Anderen, was sie schon hat,
nun auch noch in die Fußstapfen von Mama Fiene zu treten und genau wie diese in fortgeschrittenem Alter
eine massive Futtermittelallergie entwickelt.
Sie ist allergisch auf Weizen, Reis, Haferflocken, Schweinefleisch, Rindfleisch, was nicht viele Möglichkeiten läßt.
Eine Milcheiweiß-Allergie hat sie schon von Geburt an, genau wie Pauline.
Ich habe bisher auf dem ganzen Markt nur 3 Futtersorten gefunden, die sie noch verträgt
- 2 von der Firma Vet Concept und eine von Happy Dog - ebenso 2 Sorten Dosenfutter von Vet Concept,
mit denen ich ihr während der Scheinschwangerschaft das Trockenfutter schmackhaft machen konnte
- zumindest soweit, daß sie überhaupt etwas fraß.
Dazu muß ich sagen, daß Fiene anders gefüttert wurde als Molly.
Während Molly ihr Leben lang Bozita Original bekam,
wurde Fiene mit schon mal wechselnden Futtersorten gefüttert
und bekam zwischendurch auch ab und an frische Sachen - mal roh, mal gekocht.
Es scheint also eine genetische Disposition vorhanden zu sein, die in Streßzeiten zum Tragen kommt
- oder sowieso im fortgeschrittenem  Alter aufgetreten wäre. Das weiß ich nicht.
Zu allem Überfluß haben wir in den letzten Tagen zusätzlich noch eine Allergie
gegen Putz-/Waschmittel und eine gegen Hausstaubmilben festgestellt.
Ich habe Molly erneut testen lassen, weil sie sich immer wieder juckt.

Mollys Schwester Femke und ihr Bruder Festus haben nichts dergleichen bisher.
Sie sind fit und gesund.
Mollys Schwester Funny ist im Mai letzten Jahres gestorben -
sie hatte den Bauch voller Krebs und mußte deshalb erlöst werden.
 
Ich hoffe sehr, daß Molly sich wieder stabilisiert, wenn die Scheinschwangerschaft vorbei ist
und wir nochmal die Kurve kriegen.
Sie ist fit und lebhaft wie eh und je, kriegt nach wie vor ihren Rumlaufkoller
und rennt beim Spazierengehen, daß ich manchmal Mühe habe, mitzukommen.
Nur bergauf ist sie etwas langsamer geworden, wenn wir schon eine Weile unterwegs waren.
Aber ich denke, das ist mit fast 9 Jahren legitim.
Sie sieht älter aus, hat seit Dezember ein graues Schnäuzchen bekommen
und beginnt, auch um die Augen herum ein paar graue Haare zu kriegen.

Im Moment träume ich davon, einfach einen gesunden Hund zu haben.
Mal sehen, wie weit ich mit Molly in diese Richtung komme.
Wir arbeiten daran.


VG





Elfi, Molly und Paulineseele

"Haben Tiere eine Seele und Gefühle?" kann nur fragen,
wer über keine der beiden Eigenschaften verfügt.

(Dr. Eugen Drewermann)




Geändert von *Wildgans* am 16.Feb.2010 21:04
 
     
*Wildgans*


Moderator

RE: Leonberger Schicksale, 04 Nov. 2010 23:42




MOLLY - Frieda vom Bergischen Löwen
geb. 07.05.2001 - gest.01.11.2010 im Alter von 9,5 Jahren.      


Molly ist Zeit ihres Lebens häufig an Durchfall erkrankt
- sicher nicht zuletzt, weil sie sich alles einverleibte, was ihr vor die Nase kam.

Viele Jahre litt sie sehr unter ihrer Hitze,
bzw. der darauf folgenden Scheinschwangerschaft, die meist 6-7 Wochen dauerte
und mit Appetitmangel und Gewichtsverlust und damit verbundenen depressiven Verstimmungen einherging.
Es war ziemlich stressig für alle Beteiligten, etwas zu finden, was das Tier fressen mochte in dieser Zeit.
Im Alter von 5 Jahren bekam sie einen Gesäugetumor.

Nachdem ihre Halbschwester Pauline (Enne-Pauline vom Bergischen Löwen)
im Dezember 2009 verstorben war, stellte sich zunehmend heraus,
daß Molly ihre Sicherheit nur durch Pauline bezogen hatte
und sie zeigte sich immer wieder unsicher und legte ihr vorpreschendes Verhalten vollkommen ab,
wurde eher zurückhaltend.
Kurz nach Paulines Tod entwickelte Molly eine Allergie nach der anderen
- extreme Futtermittelallergie, Waschmittel-, Putzmittel-, Hausstaubmilbenallergie.
Laut Bioresonanztestung kamen im Laufe des Jahres entartete Zellen in Leber, Milz, Lunge und Haut hinzu.

Im September 2010 infizierte sie sich mit der Sarcoptes-Milbe (Fuchsräude-Milbe).
Nach Behandlung mit dem ersten Spot On fraß sie 3 Tage lang wenig und stellte dann das Fressen ein.
Sie nahm stark ab, hatte extrem schlechte Leber- und Nierenwerte - letztere kurz vor dem Nierenversagen.
Sie hatte Gleichgewichtsprobleme durch ihren angeschlagenen Zustand und weil sie nicht fraß.
Eine Ultraschalluntersuchung ergab eine Schrumpfniere und Schatten in beiden Nieren,
eine stark vergrößerte Leber, eingeengte Gefäße.
Auf dem Röntgenbild war ein klar abgegrenzter Schatten auf der Lunge zu sehen.

Es stand zur Debatte, sie zu erlösen, aber ich sah ihrem Gesicht an, sie war noch nicht so weit.
Mit viel Mühe ist es mir schließlich gelungen, sie wieder hochzupeppeln,
indem ich ihr bestimmt 10mal am Tag 3-4 verschiedene Sachen zu Fressen angeboten
und sie bröckchenweise mit der Hand gefüttert habe.
Wie durch ein Wunder hat sie wieder zugenommen und wurde wieder fitter.
Sie rannte und spielte wieder.
Das 2. notwendige Spot On zur Folgebehandlung um alle Stadien der Milben abzutöten
wurde ihr 3,5 Wochen später in 2 Portionen im Abstand von ca. 5 Tagen verabreicht und sie vertrug es.
Sie wurde immer fitter und wir konnten nach und nach die Fütterung auf 2-3mal pro Tag reduzieren.
Sie selbst hatte ihre Ernährung auf die Fütterung von frischen Sachen, teilweise roh, umgestellt
und das Trockenfutter fast komplett verweigert.
Obst und Gemüse mochte sie gar nicht.
Aber ich war froh, daß sie überhaupt wieder fraß.

Sie wurde zunehmend fitter und stabiler, konnte sogar wieder mit mir spazierengehen - 30Min,
nach Molly-Art meist im Trab und zwischendurch ausgiebig am Wegrand schnuppern.
Um so überraschter war ich, als sie begann, Atemnot zu bekommen - zuerst einmal,
dann ca. 1-2 Wochen später das 2.Mal - immer bei körperlicher Anstrengung.
Beim 2. Mal führte ich es darauf zurück, daß ich den Spazierweg zu lang gewählt hatte.
Wir mußten immer wieder stehenbleiben, teilweise mußte ich sie sich hinliegen lassen.
Für diesen Weg von sonst 45 Min. brauchten wir 1,5 Stunden.
Beim nächsten Mal brauchte es nur ca. 300m,
die Atemnot wurde zu Erstickungsanfällen, die bei immer geringerer Anstrengung oder Aufregung auftraten.
Ich war in einer Woche 3mal notfallmäßig beim Tierarzt,
wobei sich ihr Zustand wieder beruhigt hatte, bis ich dort ankam.
Samstags war ich dann im Notdienst in einer anderen Praxis, holte noch eine weitere Meinung ein,
ließ sie nochmal gründlich untersuchen.
Dort bekam sie einen heftigen Erstickungsanfall, sodaß klar wurde, daß sie erlöst werden müßte,
wenn die in Frage kommenden Medikamente nicht anschlagen würden.
Diesen letzten schweren Schritt mußte ich dann am 01.11. 2010 tun,
um ihr ein qualvolles Ersticken zu ersparen - 2 Tage nach diesem Notdienstbesuch.
Die Erstickungsanfälle kamen bereits, wenn sie nur aufstand und zur Tür lief, wenn es geklingelt hatte,
die Medikamente hatten Null Wirkung.
Es gab keine weitere Diagnose- oder Behandlungsmöglichkeit, die ihr hätte helfen können.
Todesursachen: Stenose der oberen Atemwege mit ungeklärter Ursache.

Dieses letzte Jahr seit Paulines Tod war ein ständiger Kampf um Mollys Leben und Überleben
mit unendlich vielen Sorgen und Nöten und es tut mir entsetzlich weh, daß wir diesen Kampf verloren haben
und schließlich doch aufgeben mußten.



Elfi, Pauline-Seele und Molly-Seele

"Haben Tiere eine Seele und Gefühle?" kann nur fragen,
wer über keine der beiden Eigenschaften verfügt.

(Dr. Eugen Drewermann)






Geändert von *Wildgans* am 5.Nov.2010 18:41
 
     
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